Kurt-Wolff-Preis 2012

Logo Kurt-Wolf-Stiftung

Hugo Ball zum 125. Geburtstag: Urs Allemann rezitiert

1916 hat er im Zürcher Cabaret Voltaire den Dadaismus erfunden, zusammen mit Hans Arp, Tristan Tzara, Marcel Janco und Richard Huelsenbeck. Sein poetischer Hauptbeitrag zu Dada ist das Lautgedicht – »Verse ohne Worte«, die er auf der Bühne mehr zelebrierte als vorlas. Dada ist aber im Dichterleben von Hugo Ball (1886–1927) nur Episode gewesen: Zuvor hat er nach naturidyllischen Anfängen die »expressionistischsten Gedichte« geschrieben, »die Deutschland jemals gehört hat« (Huelsenbeck) sowie zusammen mit Hans Leybold die phantastisch-sinnfreien »Ha-Hu-Baley«-Gedichte. Und nach Dada hat er mit »schizophrenen Sonetten« und religiöser Lyrik weitergemacht. Kostproben aus allen Schaffensphasen des anarchophilen Katholiken bringt Urs Allemann in dieser Sonntags-Matinee vom 6. Februar zu Gehör.