Kurt-Wolff-Preis 2012

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Einladung nach Den Haag

»Michael Buselmeiers leise leuchtender Theaterroman „Wunsiedel“ spielt auf der Bühne der frühen Jahre. Im Abstand von 44 Jahren wird selbst die frühe Bundesrepublik zu einem Hort verzauberter Gefühle. Michael Buselmeier hat den Schmerz, den einem die Zeitläufte unwillkürlich zufügen, in einer scharf umrissenen Erinnerung kristallisiert: Sein Protagonist Moritz Schoppe agierte im Jahr 1964 zehn Wochen lang an der Freilichtbühne im entlegenen oberfränkischen Wunsiedel, als junger Schauspieler und Dramaturg. Im Jahr 2008 fährt er nun noch einmal nach Wunsiedel, und im zeitlichen Abstand, mit dem Blick von heute, werden die frühen Wunsiedler Tage zu einer Erfahrung, in der er einen ersten, entscheidenden Bruch in seiner Biografie erkennt. „Wunsiedel“ ist eine vielstimmige Etüde, die Erkundung eines Außenseiterdaseins auf einer Probebühne. Michael Buselmeier hat seinen Moritz Schoppe in ein überschaubares, klar konturiertes Szenario gestellt und dadurch vieles weggelassen – gerade durch diese Auslassungen aber wirkt „Wunsiedel“ so gerundet, leuchtend und opak.« Helmut Böttiger, Süddeutsche Zeitung