Irre ist weiblich

Irre ist weiblich

Künstlerische Interventionen von Frauen in der Psychiatrie um 1900

264 Seiten, Format: 29x21 cm, gebunden
Erscheinungsjahr: 2004 | ISBN: 978-3-88423-218-7

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Über dieses Buch

Ist irre weiblich? Hysterie, Aufsässigkeit, Schizophrenie paßten jedenfalls (auch) um 1900 ins gesellschaftliche Bild von Patientinnen psychiatrischer Anstalten - künstlerische Begabung und Kreativität nicht. Jetzt wieder lieferbar in zweiter Auflage.

Dieser Katalog würdigt erstmals eingehend die Patientinnen, deren Arbeiten in der Sammlung Prinzhorn aufbewahrt wurden, als Künstlerinnen und Autorinnen. Um 1900 waren in psychiatrischen Anstalten wesentlich mehr Frauen als Männer interniert, doch sind nur 20% der Künstler der Sammlung Prinzhorn weiblich. Wer sind die Frauen - Dienstmädchen, Zeichenlehrerin, Hutmacherin, Bäuerin oder Fabrikantengattin -, deren Werke aufbewahrt wurden? Ihre künstlerischen Arbeiten bewegen sich zwischen Collage, Bodeninstallation, subtil-verwegen Textilem, aber auch Zeichnung und Malerei. Über manch ungewöhnliche Produktion geben nur noch Fotografien oder Einträge in spärlich erhaltenen Krankenakten Aufschluss. Fünf Künstlerinnen werden hier in ausführlichen Werkbiografien vorgestellt: Frau von Zinoview, Elisabeth Faulhaber, Johanna Wintsch, Frau St., Anonyma »Fall 202«. Fünfzig weitere sind mit ausgewählten Arbeiten und Kurzbiografien vertreten. Neben einem umfangreichen Abbildungsteil enthält der Katalog auch detaillierte Informationen zur Situation von Frauen in psychiatrischen Kliniken um 1900. Mit Beiträgen von Brigitta Bernet, Bettina Brand-Claussen, Sonja Frohoff, Petra Fuchs, Anne Hatzius, Edda Hevers, Monika Jagfeld, Torsten Kappenberg, Bernd Koschorrek, Christine Kratzert, Katrin Luchsinger, Sabine Mechler, Marietta Meier, Viola Michely, Doris Noell-Rumpeltes, Karen Nolte, Thomas Röske, Maike Rotzoll, Stefanie Schubert, Gisela Steinlechner.

Herausgeber

Hans Prinzhorn (1886-1933), Kunsthistoriker und Arzt, baute in den Nachkriegsjahren des Ersten Weltkriegs, von Karl Wilmanns, dem Leiter der Heidelberger Psychiatrischen Klinik, unterstützt, eine einzigartige Sammlung von Werken aus psychiatrischen Anstalten auf. Die Sammlung vereint Zeichnungen, Gemälde, Collagen, Textilien, Skulpturen und eine Fülle unterschiedlicher Texte, die zwischen 1880 und 1920 in psychiatrischen Anstalten vorwiegend des deutschsprachigen Raums entstanden sind. Weitere Informationen finden sie hier.