Künstler in der Irre

Künstler in der Irre

Deutschsprachige Ausgabe
253 Seiten, Format: 23 x 29 cm, Klappenbroschur
Erscheinungsjahr: 2008 | ISBN: 978-3-88423-306-1

34.80 EUR inkl. 7% gesetzl. MWSt
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Über dieses Buch

Der Bestand der Sammlung Prinzhorn enthält auch Werke von achtzehn professionellen Künstlern. Wer waren sie? Warum scheiterten sie? Eine Spurensuche förderte vielfältige Werk- und Lebensgeschichten zutage – unter der Perspektive des Versagens und des sich Neuerfindens.

Werke von Josef Aigner, Paul Goesch, Gustav Holweg, Maria Kraetzinger, Lucie Maquet, Rudolf Morgenstern, E. Silberstein, Hans Schönleber u.a. Sie waren professionelle Bildhauer, Maler und Graphiker, hatten eine glänzende Laufbahn vor sich, scheiterten aber psychisch und wurden in Anstalten verwahrt. Innerhalb der »Anstalts-Kunst« blieben ihre Werke unsichtbar, da sie dem Bild von »verrückter« Kreativität nicht entsprachen. Die Modernisierungsschübe Ende des 19. Jhdts. beschleunigten den Ausbau der Anstalten, aber auch den des Systems Kunst. Damit verschärften sich existenzielle Krisen, Genies wurden medizinische Fälle. Die kulturgeschichtlichen und psychiatrischen Begleittexte (Bettina Brand-Claussen, Franz Engelmann, Monika Jagfeld, Torsten Kappenberg, Sabine Mechler, Thomas Röske, Stefanie Schubertu.a.) ordnen die Künstler in ihre Zeit ein und bilden zugleich eine umfassende Darstellung des Komplexes Kunst und psychische Krise um 1900.

Dr. phil. Thomas Röske (geboren 1962) ist seit November 2002 Leiter der Sammlung Prinzhorn der Psychiatrischen Universitätsklinik Heidelberg. Er hat Kunstgeschichte, Musikwissenschaft und Psychologie in Hamburg studiert und 1991 mit einer Arbeit über Hans Prinzhorn promoviert (1995 unter dem Titel „Der Arzt als Künstler. Ästhetik und Psychotherapie bei Hans Prinzhorn [1886-1933]“ als Buch erschienen). Von 1993 bis 1999 war er Wissenschaftlicher Hochschulassistent am Kunstgeschichtlichen Institut der Universität Frankfurt, von 1996 bis 1999 Stellvertretender Sprecher des dort angesiedelten Graduiertenkollegs „Psychische Energien bildender Kunst“. Daneben hat er immer wieder als freier Ausstellungskurator für verschiedene Institutionen gearbeitet.

Herausgeber

Hans Prinzhorn (1886-1933), Kunsthistoriker und Arzt, baute in den Nachkriegsjahren des Ersten Weltkriegs, von Karl Wilmanns, dem Leiter der Heidelberger Psychiatrischen Klinik, unterstützt, eine einzigartige Sammlung von Werken aus psychiatrischen Anstalten auf. Die Sammlung vereint Zeichnungen, Gemälde, Collagen, Textilien, Skulpturen und eine Fülle unterschiedlicher Texte, die zwischen 1880 und 1920 in psychiatrischen Anstalten vorwiegend des deutschsprachigen Raums entstanden sind. Weitere Informationen finden sie hier.