Museum der Ungeduld

Gedichte

94 Seiten, Format: 13.5 x 21 cm, gebunden, Softcover
Erscheinungsjahr: 2010 | ISBN: 978-3-88423-354-2

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Über dieses Buch

Es ist kein »Lied aus reinem Nichts«, das Thill schreiben möchte. Sein Museum der Ungeduld nimmt sich Verse aus der Tradition, alte Lieder und vorgefundene Formulierungen zeitgenössischer Kollegen, die er weiterschreibt.

Thills Aneignungen von Fundsachen teilen sich auf in Kapitel wie »der erdige Anarchimedes«, »das erschrockene Wort«, »Traumkritik«. Es werden alte Formen wiederbelebt (Akrostichon) und auseinandergenommen (Sonett), große und kleine Namen auf ihren buchstäblichen Inhalt abgeklopft. Thill probiert neue Volksliedstrophen und läßt sich von jeweils einer fremden Zeile emportragen (der Autoren Arp, Tzara, Soupault, Pastior, Mayröcker, Stolterfoht, Egger, Rinck, Cotten). Oder er erprobt gleich alle Zeilen von Schillers »Nänie« und eines Liebesgedichts der Herren Ronsard und Opitz, um sich an Raymond Queneaus »heissem Fleisch der Wörter« metaphorisch zu vergehen. Aus Anproben, Maskeraden und Eroberungen findet sich ein Museum zusammen, in dem es turbulent zugeht. Das Temperament dieser Gedichte ist quecksilbrig. Wenn hier die Tradition strapaziert werden sollte, dann nur um der neuen Formen willen, die dabei entstehen.

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Autor

Hans Thill, geboren 1954 in Baden-Baden, lebt seit 1974 in Heidelberg als Lyriker und Übersetzer. Peter-Huchel-Preis 2004. Mitbegründer des Verlags Das Wunderhorn. Leiter der jährlichen Übersetzer-Werkstatt »Poesie der Nachbarn. Dichter übersetzen Dichter« und Herausgeber der gleichnamigen Reihe. Mitherausgeber der »Reihe P«. Im September 2010 wird Hans Thill künstlerischer Leiter des Künstlerhaus Edenkoben.