Durch die Luft gehen

Josef Forster, die Anstalt und die Kunst

240 Seiten, Format: 29 x 21 cm, Klappenbroschur
Erscheinungsjahr: 2011 | ISBN: 978-3-88423-361-0

34.80 EUR inkl. 7% gesetzl. MWSt
54.90 CHF unverbindl. Preisempfehlung

Bestellen sofort lieferbar

Über dieses Buch

Als 2001 die Sammlung Prinzhorn ein eigenes Museum eröffnete, präsentierte sie ein neues Logo, das von einem Bild Josef Forsters (1878-1949) abgeleitet ist. Es zeigt ihn selbst in der Luft und mit Gewichten beschwert, sich über die Erde fortbewegend. Diesem Künstler und langjährigen Insassen der Anstalt Regensburg widmet das Museum nun nach intensiver Recherche eine eigene Ausstellung mit umfangreichem Katalog.

Der ehemalige Tapezierer und Dekorationsmaler kam 1917 in die Regensburger Anstalt Karthaus-Prüll. Hier konnte er sich als Maler und Sänger inszenieren und schuf ein erstaunliches bildkünstlerisches Werk von hoher expressiver Kraft, vor allem packende Porträts seiner Leidensgenossen. Die Heidelberger Ausstellung gründet auf den Ergebnissen einer interdisziplinären Arbeitsgruppe an der Sammlung Prinzhorn, die seit 2004 die komplexe Philosophie Forsters aus der Sicht unterschiedlicher Wissenschaften (Psychiatrie, Kunstgeschichte, Psychoanalyse, Kunsttherapie, Philosophie) ergründet. Beispielhaft wurde ein Œuvre umfassend zu deuten versucht, das unter dem Einfluss psychischer Krise entstanden ist und zugleich an zeitgenössischen Kulturphänomenen teilhat.

Dr. phil. Thomas Röske (geboren 1962) ist seit November 2002 Leiter der Sammlung Prinzhorn der Psychiatrischen Universitätsklinik Heidelberg. Er hat Kunstgeschichte, Musikwissenschaft und Psychologie in Hamburg studiert und 1991 mit einer Arbeit über Hans Prinzhorn promoviert (1995 unter dem Titel „Der Arzt als Künstler. Ästhetik und Psychotherapie bei Hans Prinzhorn [1886-1933]“ als Buch erschienen). Von 1993 bis 1999 war er Wissenschaftlicher Hochschulassistent am Kunstgeschichtlichen Institut der Universität Frankfurt, von 1996 bis 1999 Stellvertretender Sprecher des dort angesiedelten Graduiertenkollegs „Psychische Energien bildender Kunst“. Daneben hat er immer wieder als freier Ausstellungskurator für verschiedene Institutionen gearbeitet.

Hans Prinzhorn (1886-1933), Kunsthistoriker und Arzt, baute in den Nachkriegsjahren des Ersten Weltkriegs, von Karl Wilmanns, dem Leiter der Heidelberger Psychiatrischen Klinik, unterstützt, eine einzigartige Sammlung von Werken aus psychiatrischen Anstalten auf. Die Sammlung vereint Zeichnungen, Gemälde, Collagen, Textilien, Skulpturen und eine Fülle unterschiedlicher Texte, die zwischen 1880 und 1920 in psychiatrischen Anstalten vorwiegend des deutschsprachigen Raums entstanden sind. Weitere Informationen finden sie hier.