Öl auf Wasser

Roman

240 Seiten, Format: 13,5 x 21 cm, gebunden, Hardcover
Erscheinungsjahr: 2012 | ISBN: 978-3-88423-391-7

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ISBN 978-3-88423-452-5

Über dieses Buch

Port Harcourt, Nigeria, im Delta des Niger. Eine Frau verschwindet. Dies wäre keine Nachricht in den Medien wert, würde es sich nicht um eine Britin, die Ehefrau eines hochrangigen Mitarbeiters einer ausländischen Ölgesellschaft, die im Delta und vor der Küste Öl bohren, handeln.

Die Entführung ist offensichtlich das Werk einer Rebellengruppe, die gegen die Ölgesellschaften kämpft, die das Land ausbeuten und zerstören. Als eine Lösegeldforderung eingeht, wittert der junge Journalist Rufus die Chance zu einer großen Story und macht sich mit dem gealterten Starreporter Zaq auf die Suche nach der Entführten, eine Reise ins Delta des Nigers hinein, ins »Herz der Finsternis«, eine apokalyptische Welt. Mit wachsendem Entsetzen nimmt Rufus die Zerstörung der Umwelt wahr, die Eskalation der Gewalt, die Profitinteressen, die die widerstreitenden Kräfte – Ölgesellschaften, Polizei und Armee, Politiker und lokale Würdenträger auf der einen Seite, die Rebellen mit ihren Sympathisanten auf der anderen – in ihren Auseinandersetzungen verfolgen, die Entmenschlichung auf beiden Seiten der Front. Opfer sind in jedem Fall die einfachen Menschen, Fischer zumeist, die im Delta des Flusses leben. Sie haben nicht die Mittel, sich zur Wehr zu setzen, ihre Dorfgemeinschaften werden zwischen den Fronten zerrieben. Hoffnung vermittelt einzig ein Dorf auf der kleinen Insel Irikefe, das einen humanistischen, egalitären Gegenentwurf lebt, ähnlich dem, den Wole Soyinka in »Zeit der Gesetzlosigkeit« beschreibt: im Einklang mit der Natur, ihren Rhythmen und Gesetzen folgend. »Öl auf Wasser« ist Bildungsroman und Umweltkrimi zugleich, Politthriller und anrührende Liebesgeschichte.

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Helon Habila liest aus Öl auf Wasser bei den Heidelberger Literaturtagen 2012

Presse

Hotlist 2012

Platz 5 der KrimiZEIT-Bestenliste November 2012

Platz 1 der KrimiZEIT-Bestenliste Oktober 2012

Platz 1 der Krimibestenliste der SonntagsZeitung September 2012

Platz 1 der KrimiZEIT-Bestenliste September 2012

Platz 1 der Litprom Bestenliste »Weltempfänger« Herbst 2012

Platz 9 der KrimiZEIT-Bestenliste August 2012

Platz 4 der SWR-Bestenliste Juli/August 2012

»Selten war ein Kriminalroman so poetisch und so notwendig.«
Tobias Gohlis, Die Zeit

»Politik und Poesie gehen in der Schreibweise dieses Autors eine ungeahnte Verbindung ein, mit einer skrupulösen Genauigkeit, jenseits aller Klischees. Was dieses Buch so spektakulär macht, ist sein Verzicht auf allgemeine Thesen, auf vordergründige Moral, auf selbstverständlich scheinende Unterscheidungen zwischen Gut und Böse.«
Helmut Böttiger, Süddeutsche Zeitung

»Helon Habila erzählt von dieser Tragödie in einem grandiosen dunkelleuchtenden Roman, der einem schier den Atem raubt.«
Thekla Dannenberg, Perlentaucher

»Ein mitreißender, gut recherchierter Abenteuerroman. .(...) ein grandioses Buch.«
Nicole Henneberg, FAZ

»Habilas Sprache ist reich und präzise, seine Geschichte spannungsgeladen, berührend und klug erzählt. Ein aufklärender Roman in der Tradition Graham Greenes.«
Persönliche Empfehlung von Elke Schmitter, SWR-Bestenliste Juni 2012

»Habilas Stil hat jene Mischung aus Eleganz und verdammt guter Geschichte, die wir mit Conrad und Graham Greene verbinden. Großartig.«
The Times

»Meisterhaft. Baut auf der Tradition des klassischen Detektivromans auf und funktioniertzugleich auf einer tiefer gehenden, metaphorischen und philosophischen Ebene. Habila besitzt die filmische Fähigkeit, Szenen in das Bewusstsein zu brennen.«
Independent

»Doch die surreal poetisierte Apokalypse aus vergifteten Gewässern, verpesteter Luft, lebensbedrohlicher Umweltzerstörung ist real. (...) In diesem realen politischen Setting ist Helon Habilas Roman "Öl auf Wasser" angesiedelt.«
Sabine Vogel, Frankfurter Rundschau

»Der Roman wird (den Leser) packen, halten und hinabziehen. Der Stil fesselt, dieser Tonfall einer grossen Reportage. Doch der schöne Text bündelt schreckliche Dinge. (...) Ein Reichtum an Metaphern. Landschaftsskizzen, Szenen, Dialoge - alles wird Spiegelbild, Zerrbild, Allegorie.«
Uwe Stolzmann, Neue Zürcher Zeitung

Im Buch blättern:


Autor

Helon Habila, 1967 in Nigeria, geboren, studierte Literatur und lehrte an der Universität bevor er nach Lagos ging, um dort als Journalist zu arbeiten. Für sein erstes literarisches Werk Waiting for an Angel, welches in zahlreiche Sprachen übersetzt wurde, erhielt er den internationalen Caine Prize for African Writing und 2003 den Commonwealth Writers’ Prize für die Beste Erstveröffentlichung. Measuring Time (2007), Habilas zweiter Roman, erhielt 2008 den Virginia Library Foundation Fiction Award und stand auf der Kandidatenliste für den Hurston/Wright Legacy Award 2008. Die Kurzgeschichte The Hotel Malogo gewann den Emily Belch Prize und wurde für die Anthologie The Best American Nonrequired Reading ausgewählt und veröffentlicht. Habilas dritter Roman Oil on Water (2010) ist der erste, der auf Deutsch erscheint. Habila lehrt kreatives Schreiben an der George Mason University und lebt in den USA und Nigeria. Von Juli 2013 bis Juli 2014 ist Helon Habila als Stipendiat des DAAD im Rahmen des Berliner Künstlerprogramms in Berlin. Weitere Informationen finden Sie hier.

Herausgeber

Indra Wussow studierte Literaturwissenschaft, lebt in Johannesburg/Südafrika und auf Sylt. Sie arbeitet als Autorin, literarische Übersetzerin und Kuratorin für verschiedene internationale Einrichtungen. 2002 gründete sie auf Sylt die von ihr geleitete Stiftung kunst:raum sylt quelle. Mit Stipendien, Ausstellungen, Aufführungen und Veröffentlichungen werden zeitgenössische Künstler und Künstlerinnen sowie Schriftsteller und Schriftstellerinnen aus unterschiedlichen Nationen gefördert. Ein weiterer Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt im Dialog zwischen Wissenschaft und Kunst. 2008 eröffnete die Stiftung eine Dependance in Johannesburg, das Jozi art:lab.

Übersetzung

Thomas Brückner, geboren 1957 in Görlitz, studierte Afrikanistik und Kultur- und Literaturwissenschaften. Neben Gastprofessuren in Schweden und Deutschland arbeitet er seit 1994 als Autor, Herausgeber und freier Übersetzer (u.a. von Ngugi Thiong’o) und Kulturvermittler. Er lebt in Leipzig.