Übersetzung: Michael Kegler
Herausgeber: Indra Wussow

Die Durchsichtigen

Roman

348 Seiten, gebunden
Erscheinungsjahr: 2015 | ISBN: 978-3-88423-494-5

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ISBN 978-3-88423-499-0

Über dieses Buch

Mitten im Zentrum der angolanischen Hauptstadt Luanda steht das Maianga-Gebäude, ein heruntergekommenes Hochhaus, an einem riesigen Loch in der Außenwand zu erkennen. Im ersten Stock strömt pausenlos frisches Wasser aus maroden Leitungen.

Es ist ein Ort der Magie, Treffpunkt der Hausbewohner, Straßenhändlerinnen, Journalisten, Tagediebe. Auf dem Dach wird ein illegales Kino betrieben, das bisweilen ganz ohne Leinwand auskommt. Korrupte Beamte, ein Hahn namens Camões und ein Briefträger, der seine Briefe meist selber schreibt, gehen ein und aus, sogar ein leibhaftiger Minister taucht plötzlich auf – rein privat selbstverständlich. Im Untergrund von Luanda wird derweil nach Erdöl gebohrt, Gerüchte um eine ominöse Erschließungsgesellschaft machen die Runde, Politiker wittern das große Geld, während Angola sich auf eine weltweit beachtete Sonnenfinsternis vorbereitet, die in letzter Sekunde von der Regierung schlicht abgesagt wird. Dann überschlagen sich die Ereignisse, und Luanda brennt. Die Durchsichtigen ist eine poetische Satire auf das postkoloniale, postsozialistische, real existierende Angola, eine augenzwinkernde Liebeserklärung an die Bewohner Luandas. »Das Buch ist ein überwältigendes Gemälde, das mich nicht mehr loslässt. Ich bin seiner bezwingenden Schönheit erlegen.« Nélida Piñón, Juror des Saramago Prize

Presse

»Ondjaki schöpft souverän aus der Farcekiste in einem Selbstbedienungsland, in dem nur die Korruption reibungslos zu funktionieren scheint«. Der Freitag

»Den fantastischen Facetten der Geschichten im Stil des magischen Realismus stehen konkrete und feinsinnige Beobachtungen des Lebens in Luanda gegenüber.« DLF

»Es ist einer dieser besonderen Romane, die nachklingen. Die man nach der letzten Seite sofort wieder von vorn beginnen will.« WOZ

»Mit Die Durchsichtigen ist dem 1977 in Luanda geborenen Ondjaki eine fulminante Satire auf die groteske Nachkriegsrealität seines Heimatlandes Angola gelungen. Dank der exzellenten Übersetzung von Michael Kegler ist das Buch auch sprachlich ein Genuss.« südlink

»So entsteht eine wunderbare Satire auf das kapitalistische Streben des heutigen Angola und ein prosaischer Gesang auf das Leben, das sich überall Bahn bricht und nicht zur Verfügung steht für Instrumentalisierung und Kontrolle.« LiteraturNachrichten

Im Buch Blättern

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Autor

Ondjaki, geboren 1977 in Luanda, Angola, ist Autor zahlreicher Romane, Lyrikbände und Kinder- und Jugendbücher. Sein Werk wurde bereits in mehrere Sprachen übersetzt und mit Literaturpreisen ausgezeichnet, darunter der angesehene Jabuti-Preis und der Saramago-Preis für den vorliegenden Roman. Für das Africa39-Projekt wurde Ondjaki unter die herausragenden 39 afrikanischen Schriftsteller unter 40 Jahren gewählt. »Die Durchsichtigen« ist nach »Bom dia camaradas« der zweite ins Deutsche übersetzte Roman des Autors. Ondjaki lebt heute in Rio de Janeiro.

Herausgeber

Indra Wussow studierte Literaturwissenschaft, lebt in Johannesburg/Südafrika und auf Sylt. Sie arbeitet als Autorin, literarische Übersetzerin und Kuratorin für verschiedene internationale Einrichtungen. 2002 gründete sie auf Sylt die von ihr geleitete Stiftung kunst:raum sylt quelle. Mit Stipendien, Ausstellungen, Aufführungen und Veröffentlichungen werden zeitgenössische Künstler und Künstlerinnen sowie Schriftsteller und Schriftstellerinnen aus unterschiedlichen Nationen gefördert. Ein weiterer Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt im Dialog zwischen Wissenschaft und Kunst. 2008 eröffnete die Stiftung eine Dependance in Johannesburg, das Jozi art:lab.

Übersetzung

Michael Kegler, geboren 1967 in Gießen, ist Übersetzer portugiesischsprachiger Literatur, unter anderem von José Eduardo Agualusa (Angola), Paulina Chiziane (Mosambik) und Luiz Ruffato (Brasilien). 2014 erhielt er gemeinsam mit Marianne Gareis den Straelener Übersetzerpreis der Kunststiftung NRW.