positiv

Roman

200 Seiten, Format: gebunden,
Erscheinungsjahr: 2018 | ISBN: 978-3-88423-584-3

24,80 EUR inkl. 7% gesetzl. MWSt

Bestellen sofort lieferbar

Auch als e-Book erhältlich bei Ihrem e-Book-Shop
16,99 EUR inkl. 19% gesetzl. MWSt
ISBN 978-3-88423-585-0

Über dieses Buch

Lindanathi und seine Freunde, die direkte und tiefsinnige Cissie, und der meist zugedröhnte Ruan, leben zusammen in einer Wohngemeinschaft in Kapstadt. Sie schlagen sich durchs Leben mit Hilfsarbeiten und durch den Verkauf von antiretroviralen Medikamenten, bevor diese in Südafrika landesweit und ohne Auflagen für alle erhältlich gemacht wurden.

Lindanathi jobbt in einer Videothek. Er ist HIV positiv, er schnüffelt, zieht Kokain und raucht alles, was er bekommen kann. Sein Trauma ist der Tod seines jüngeren Bruders, für den er sich seit 10 Jahren verantwortlich hält. Die drei Freunde streifen durch die Stadt, hängen herum, sind Party-Hopper und nehmen dabei die immer weiter fortschreitende materielle Ungleichheit in ihrer Stadt wahr. So entsteht ein eindrückliches Bild von Kapstadt, wo ehemalige Sklaven-Verliese zu Boutique-Hotels und Imbissbuden werden. Ein mysteriöser Käufer macht ihnen plötzlich das Angebot, ihre gesamten Medikamentenvorräte aufzukaufen. Es ist nicht klar, ob es sich dabei um eine Polizeifalle oder das Angebot eines Drogen-Syndikats handelt, um die Amateur-Dealer vom Markt zu nehmen. Sie treffen einen maskierten Mann, der mit seinem Geld und seinen Versprechungen verschwindet. Jugend heißt Warten, die Zeit Totschlagen, sich Ausprobieren. Aber keiner sagt einem, auf oder für was, denn all die vollmundigen politischen Ankündigungen gelten nur für Erwachsene. Masande Ntshanga hat einen aufwühlenden und sehr berührenden Roman geschrieben, über Leben, Liebe, Krankheit und Tod der jüngeren Generation in Kapstadt/Südafrika. Die Geschichte spielt zu Zeiten der Mbeki-Regierung (1999-2008) und deren fataler Politik gegenüber AIDS. Südafrika gehört zu den am schwersten von der AIDS-Pandemie betroffenen Ländern. Mbeki bestritt den wissenschaftlich gesicherten ursächlichen Zusammenhang zwischen dem HI-Virus und der Immunschwächekrankheit AIDS und den Nutzen von Medikamenten zur Behandlung von HIV-Infektionen.

Presse

»Wirklichkeitsnah und gewagt, bietet Ntshangas Debut-Roman ein freches Portrait des aktuellen Südafrika. Der Roman ist anspruchsvoll und augenöffnend.« Publishers Weekly

»Manche Bücher ziehen einen sacht in ihren Bann, andere springen einen an wie Raubtiere. Dem jungen Südafrikaner Masande Ntshanga gelingt das in seinem Erstlingswerk quasi aus dem Stand.« Irene Binal, Neue Zürcher Zeitung

»Der Roman „positiv“ taucht ein in eine philosophische bis urkomische Blase aus Kleberdunst, Nietzsche, afrikanischer Folklore und Verzweiflungslyrik.« Jonathan Fischer, Süddeutsche Zeitung

Ein eindrucksvolles Bild vom heutigen Südafrika. ekz Bibliotheksservice

Autor

Masande Ntshanga, geboren 1986 in East London, Südafrika, studierte Film- und Medienwissenschaft, Englisch und Creative Writing an der University of Cape Town. Er gewann 2013 den PEN International New Voices Award for African Writing und war 2015 für den Caine Prize nominiert.

Herausgeber

Indra Wussow studierte Literaturwissenschaft, lebt in Johannesburg/Südafrika und auf Sylt. Sie arbeitet als Autorin, literarische Übersetzerin und Kuratorin für verschiedene internationale Einrichtungen. 2002 gründete sie auf Sylt die von ihr geleitete Stiftung kunst:raum sylt quelle. Mit Stipendien, Ausstellungen, Aufführungen und Veröffentlichungen werden zeitgenössische Künstler und Künstlerinnen sowie Schriftsteller und Schriftstellerinnen aus unterschiedlichen Nationen gefördert. Ein weiterer Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt im Dialog zwischen Wissenschaft und Kunst. 2008 eröffnete die Stiftung eine Dependance in Johannesburg, das Jozi art:lab.

Übersetzung

Maria Hummitzsch, geboren 1982, studierte in Leipzig, Lissabon und Florianópolis Übersetzung, Psychologie und Afrikanistik. Sie übersetzt aus dem Englischen und Portugiesischen, u. a. David Garnett, David Foster Wallace, Imbolo Mbue und E.C. Osondu.