Tattoo & Religion

Die bunten Kathedralen des Selbst

192 Seiten, broschiert
Erscheinungsjahr: 2019 | ISBN: 978-3-88423-606-2

29,80 EUR inkl. 7% gesetzl. MWSt

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Über dieses Buch

In Deutschland sind gegenwärtig etwa 7000 Tätowier-Studios registriert. Das Geschäft mit der Transformation des Körpers war vielleicht noch nie so lukrativ. Nicht nur offensichtliche Motive wie Madonnen, Rosenkränze und Kreuze können Ausdruck eines persönlichen Glaubens sein; der Akt des Tätowierens selbst, die radikale Entscheidung «für immer« ein Zeichen unter die Haut einzubringen, ist vielleicht schon ein Verhalten mit religiösen Zügen: Die Suche nach dem unauslöschlichen Zeichen, das mich ausdrückt, das zu mir passt, das ich bin.

Dieses Buch zeigt viele individuelle Reisen im Leben der Beiträger. Es enthält Gespräche zur Religion und Tätowierung mit ganz unterschiedlichen Charakteren: Pioniere der modernen Tätowierung, wie etwa Henk Schiffmacher aus Amsterdam, dessen Künsten sich u.a. auch Lady Gaga anvertraut hat, oder Alex Binnie aus London sowie jüngeren Talenten wie der Kroate Ninoslav Zelenovic aus Zagreb, der die traditionelle bosnisch-kroatische Tätowierung pflegt, oder der Israeli Chaim Malchev, der in Berlin an einem spirituellen Minimalismus der Extraklasse arbeitet. Der Tätowierer Mikael de Poissy aus Paris lässt sich von der Ästhetik von Kathedralfenstern inspirieren. Die Kunsthistoriker Jennifer Daubenberger und Ole Wittmann vertiefen sich in Motive und die Frage nach künstlerischer Form. Ein besonderer Schwerpunkt widmet sich der jahrhundertealten Tradition der Pilgertätowierung in Jerusalem oder dem italienischen Loreto. Der Jesuit Simon Lochbrunner und der Tankstellenbesitzer Pierre Lanne erzählen von ihrer Reise zu ihren persönlichen Tätowierungen.



Presse

»Der Lyriker Paul-Henri Cambell entziffert die bunten Zeichen in einem Kontext, der unter die Haut geht.« Stuttgarter Zeitung

»Überraschend und auch kunsthistorisch interessant ist, was der Theologe und Schriftsteller Paul-Henri Campbell in dem Band Tattoo & Religion mit den Fachleuten des bunten Stichs und ihren Kunden in anschaulichen wie gelehrten Gespräschen zusammenträgt ...« SPIEGEL

»Der Theologe Paul-Henri Campbell im Interview über sein Buch "Tattoo & Religion" und warum es eine enge Verbindung von Religion mit dem "untilgbaren Prägemal" Tätowierung gibt.« katholische.de

»Tattoo & Religion – mehr als nur ein Buch über Zeichnungen und Gottesglaube ...« aus-erlesen

»Passt das zusammen oder nicht?« RTL

»Wer immer etwas erfahren möchte über die kulturellen Facetten dieser Praxis, mit einer Nadel Tinte unter die Haut zu bringen, wird sich hier festlesen, wieder und wieder. Das hat auch damit zu tun, dass Paul- Henri Campbell nie mit enzyklopädischer Neutralität spricht, sondern durchaus anwesend ist und gar nicht so tut, als wahre er irgendeine journalistische Distanz zu seinen Gesprächspartnern.« Tagesspiegel

»Was Campbell seinen Gesprächspartnern entlockt, collagiert sich schließlich zu einem spannenden Porträt des chirurgisch-kreativen „
"Bezirks absoluter Präsenz“ (A. Binnie) sowie der jeweiligen Akteure und der Menschen, von denen sie aufgesucht werden, in der Hoffnung, zur Kurzlebigkeit medialer Bilder die kontrapunktische Permanenz eines "unauslöschlichen Zeichens“ setzen zu können.« Alexandru Bulucz, fixpoetry

Autor

Paul-Henri Campbell wurde 1982 in Boston (USA) geboren und schreibt Lyrik sowie Prosa in englischer und deutscher Sprache. Studium der katholischen Theologie und der klassischen Philologie in Frankfurt am Main sowie an der National University of Ireland, Maynooth, derzeit Promotion. Campbell ist Übersetzer und Managing Editor der internationalen Ausgabe der Lyrikzeitschrift »DAS GEDICHT: DAS GEDICHT chapbook. German Poetry Now«. Er rezensiert regelmäßig für dasgedichtblog.de. 2017 erschien sein Gedichtband »nach den narkosen« für den er 2018 den renommierten Herman-Hesse-Förderpreis erhielt.