Das magnetische Land

Das magnetische Land

Die Irrfahrt der Osterinsel Rapa Nui

In Zusammenarbeit und mit Zeichnungen von Sylvie Séma
99 Seiten, Format: 13.5 x 21 cm, gebunden, bibliophile Ausgabe
Erscheinungsjahr: 2010 | ISBN: 978-3-88423-342-9

16.80 EUR inkl. 7% gesetzl. MWSt
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Über dieses Buch

Wir lesen die Geschichte einer zeitgenössischen Entdeckung der Osterinsel, die zunächst die abweisende Natur und eine menschliche Einöde überwinden muß.

Édouard Glissant wertet die Bilder und Berichte seiner Frau aus und verfolgt altchinesische, japanische Spuren, Traumpfade, die über die Insel verlaufen. Die Osterinsel, das einsamste Eiland auf der Welt, liegt fünftausend Seemeilen von jedem Ufer entfernt im Pazifik. Wer fuhr einst dorthin, unter höchster Gefahr, mit dem Segelschiff in mörderischem Seegang, und brachte Mythen zurück und die Kunde von am Strand aufgestellten steinernen Riesen? Wer nimmt heute die Mühen eines viele Stunden dauernden Flugs auf sich, in diese Einsamkeit? Sylvie Séma, die Frau des Autors, hat dies gewagt, und sie hat zudem die Nächte ihres Aufenthalts auf einem von den Wellen gebeutelten Segelschiff verbracht. Wer wohnt heute auf Rapa Nui? Eine dezimierte Bevölkerung, für die umgekehrt die fernen Länder zu einem virtuellen Vorstellungsraum wurden. Die Menschen auf dieser Insel haben ihre bitteren Erfahrungen mit den Mächten aus der weiteren Nachbarschaft in hintergründiges Spiel und ironische Weisheit verwandelt. Mit ihnen erfahren wir eine neue Sicht auf unsere globalisierte Welt – ganz im Stil von Édouard Glissant.

Presse

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Über Édouard Glissant

Édouard Glissant wurde 1928 auf der karibischen Insel Martinique geboren. Mit einem Stipendium der französischen Regierung kam er 1946 nach Paris, um dort Geschichte, Literatur, Ethnologie und Philosophie zu studieren. Bald schon schloss er sich künstlerisch-literarischen Zirkeln an und engagierte sich in antikolonialistischen Bewegungen. 1958 wurde er für seinen Roman »La Lézarde« mit dem renommierten Prix Renaudot ausgezeichnet. Mit seinen zahlreichen Romanen, Essay-und Lyrikbänden avancierte Glissant zum sprachgewaltigen Chronisten der antillischen Geschichte und zum scharfsichtigen Ethnologen der postkolonialen Welt. Er war der bedeutendste Autor der französischsprachigen Karibik und intellektueller Vordenker einer Poetik und Philosophie der Weltbeziehung und der Vielheit. Sein wichtigstes Thema war der Diskurs über die Kreolisierung der Gesellschaft, mit dem er international im Zentrum intellektueller Diskussionen stand. Glissant war seit 1993 Ehrenpräsident des Internationalen Schriftstellerparlaments. Seine Werke sind in über zwanzig Sprachen übersetzt. Er lebte in Paris, auf Martinique und in New York, wo er an der Universität unterrichtete. Er starb am 3. Februar 2011 82jährig in Paris. Seit 1983 veröffentlicht der Verlag Édouard Glissants Werke in den kongenialen Übersetzungen von Beate Thill.
Ein Interview mit Édouard Glissant vom 24.4.2010 bei France24:
http://www.france24.com/en/20100417-globalisation-glissant-edouard-poetry-obama-usa. Foto: © Manfred Metzner

Über die Übersetzung

Beate Thill lebt als Übersetzerin in Freiburg i.Br. Sie hat u.a. Assja Djebar, Abdelwahab Meddeb und Édouard Glissant ins Deutsche übersetzt.

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