Über dieses Buch
Der Katalog widmet sich der außergewöhnlichen Kunst von Serena Amrein, die die Zeichnung als performativen Akt und eigenständiges Medium neu definiert. Ihre Werke entstehen durch den Einsatz von Schlagschnüren, Pigmenten und Seilen. Die Linie dient dabei nicht als Abbild der Wirklichkeit, sondern als Ausdruck von Energie, Bewegung und Materialität. Die entstandenen Werkgruppen lassen sich keiner linearen Chronologie zuordnen, sondern resultieren aus einem offenen Forschungsfluss.
Amreins Arbeiten thematisieren die Spannung zwischen Ordnung und Chaos, zwischen Plan und Unvorhersehbarkeit und eröffnen einen Raum meditativer Betrachtung. Die Linie erscheint als Schwelle zwischen Wahrnehmung und Definition – als Denkbewegung, die sich im Zeichnen selbst vollzieht. Ihre Praxis folgt einer Ethik der Aufmerksamkeit, die dazu einlädt, die feinen Nuancen und die Lebendigkeit des Materials wahrzunehmen. So inszeniert Amrein die Zeichnung als lebendigen Prozess, in dem ›Vita activa‹ und ›Vita contemplativa‹ einander durchdringen. handeln macht die philosophischen und künstlerischen Dimensionen dieses Werks eindrucksvoll erfahrbar.
Abbildungen von 26 Werkgruppen
»Performative Zeichnungen – Zum Werk von Serena Amrein«
Text: Michael Stoeber
Künstlergespräch: Serena Amrein im Gespräch mit Michael Stoeber
Werkbeschreibungen
Serena Amrein
Serena Amrein wurde 1964 in der Schweiz geboren. 1984–1989 Höhere Schule für Gestaltung, Zürich mit Abschluss Diplom; 1994–1995 Cité Internationale des Arts, Paris, und 2004 ein Studienaufenthalt in Marokko. Seit 1998 in Darmstadt. Neben mehreren Auszeichnungen sind ihre Werke international in bedeutenden Sammlungen vertreten, darunter im Aargauer Kunsthaus, im Hessisches Landesmuseum Darmstadt sowie im Museum Ritter.
Mehr unter www.serena-amrein.de
