Wasserlinge Gedichte

Reihe Edition Künstlerhaus | 48 SeitenErscheinungsjahr: 2011ISBN: 978-3-88423-380-1
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Wasserlinge

Über dieses Buch

Als der Dichter Veno Taufer eine Ausstellung mit den Entdeckungen der Archäologen besuchte, war er fasziniert von ihren offenen Mäulern, weit aufgerissenen Augen, dem Ausdruck von Hilflosigkeit und Schrecken. Er nannte diese anthropomorphen Kreaturen »Wasserlinge« und versuchte sich vorzustellen, welche Katastrophe solche Angst und solchen Schmerz ausgelöst haben könnte. »Als ich diese Kreaturen sah, wollte ich ihrem stummen Schrei eine Stimme geben. Was blieb mir übrig, als auf meine eigene Erfahrung, die eines modernen Menschen, zurückzugreifen?« Die Stimme, die Taufer diesen Statuen verleiht, nimmt die Form minimalistischer Poesie an, in der Folklore sich mit Mythos und Logos verbindet. Die Gedichte deuten auf ein apokalyptisches Geschehen hin, das zum Verschwinden der Wasserlinge geführt hat. Dem streng gegliederten Zyklus ist etwas Magisches eigen. Die Sprache, oft ritualhaft feierlich, bedient sich des Mittels der Wiederholung und erinnert an die alogisch-poetische Welt der Zaubersprüche.

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Veno Taufer

Veno Taufer wurde 1933 in Ljubljana geboren, wo er noch heute als Lyriker, Dramatiker und Übersetzer lebt – ein großer Wegbereiter der Avantgarde-Dichtung in Slowenien. Er hat bisher 17 Gedichtbände veröffentlicht, dazu zwei Dramen, Gedichte für Kinder, Essays und Literaturkritiken. Er hat u.a. Gedichte von T.S. Eliot, Ezra Pound, Ted Hughes und Wallace Stevens ins Slowenische übertragen. Taufer ist Präsident des slowenischen PEN-Zentrums.

Michael Buselmeier

Michael Buselmeier
Foto: © Ingo Wilhelm

Michael Buselmeier, geboren 1938 in Berlin, aufgewachsen in Heidelberg. Ausbildung als Schauspieler, Regieassistent u.a. am Staatstheater Wiesbaden bei Hansgünther Heyme. Studium der Germanistik und Kunstgeschichte, Lehrtätigkeit an verschiedenen Hochschulen. Zahlreiche Lyrik- und Prosaveröffentlichungen und Herausgaben. Publizistische Arbeiten für den Rundfunk und überregionale Zeitschriften. Literarischer Stadtführer. Von 1995 bis 2011 Herausgeber der »Edition Künstlerhaus«. Thaddäus-Troll-Preis 1995, Pfalzpreis für Literatur 2000, Richard-Benz-Medaille der Stadt Heidelberg 2004, Ben-Witter-Preis 2010 und 2014 den Gustav-Regler-Preis des Saarländischen Rundfunks. Im September 2011 steht sein Theaterroman Wunsiedel auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises 2011.

Daniela Kocmut

Daniela Kocmut, geboren 1980 in Maribor, aufgewachsen in Kärnten, lebt als Übersetzerin und Dolmetscherin in Graz und unterrichtet Slowenisch. Studium der Translationswissenschaften in Graz. Übersetzt Texte aus dem Deutschen, Slowenischen und Englischen und schreibt Poesie in deutscher und slowenischer Sprache.

Kurt Wolff-Stiftung
Wir unterstützen die Arbeit der Kurt Wolff Stiftung zur Förderung einer vielfältigen Verlags- und Literaturszene: www.Kurt-Wolff-Stiftung.de
Preisträger Deutscher Verlagspreis 2019
Preisträger Deutscher Verlagspreis 2020
Preisträger Deutscher Verlagspreis 2022
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