Granate oder Granatapfel, was hat der Schwarze in der Hand? Roman

312 Seiten, gebunden Erscheinungsjahr: 2021ISBN: 978-3-88423-659-8

Auch als e-Book erhältlich bei Ihrem e-Book-ShopISBN: 978-3-88423-660-4
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Granate oder Granatapfel, was hat der Schwarze in der Hand?

Über dieses Buch

Ein junger Schwarzer Schriftsteller, der gerade seinen ersten Romanerfolg hinter sich hat, erhält von einem bekannten Magazin an der Ostküste den Auftrag, eine große Reportage über Nordamerika zu schreiben. Ein Roadtrip nach dem Vorbild von Jack Kerouac: Er ist pausenlos unterwegs, schreibt alles auf, was er vor Ort erlebt, was ihm Leute berichten, was in Zeitungen und Büchern steht. Er knipst Hunderte von Fotos, führt Gespräche mit Filmgrößen wie Spike Lee, dem Rapper Ice Cube und schreibt über Miles Davis und Jean-Michel Basquiat. James Baldwin schaltet sich aus dem Himmel dazu. In einer Abfolge von Tableaus werden verschiedene Themen wie Macht, Rassismus, Gewalt, Sex und Armut behandelt. Das Buch zeichnet zugleich das Portrait eines jungen, kultur- und freiheitsliebenden Schriftstellers inmitten eines Amerikas, das seine Versprechen nicht immer hält.
Dany Laferrière, der gern mit Stereotypen und Klischees spielt, taucht in gewohnter Manier in die Tabus und Rassenfantasien seines Gastlandes ein, durchleuchtet die amerikanische Gesellschaft in all ihren Kontrasten, von den ärmsten Ghettos zu den wohlhabenden Gegenden. Ein ungemein hellsichtiges, vollständiges, auch die heutigen Verhältnisse kennzeichnendes Panorama über ganz Nordamerika.
Der halbdokumentarische Roman, der ein wichtiger Teil des amerikanischen Autobiograpie-Zyklus ist, wurde 1993 veröffentlicht und 2002 von Dany Laferrière überarbeitet. Der Titel bezieht sich auf den Fall Amadou Diallo, einem jungen Guineer, der von New Yorker Polizeibeamten erschossen wurde, als er gerade seine Schlüssel aus der Tasche holen wollte.

Ins Buch blättern …

 

TOLEDO-Journal von Übersetzerin Beate Thill

Dany Laferrière auf dem Blauen Sofa (auf der Frankfurter Buchmesse 2021)

Lesung in der Buchhandlung Weltenleser am 24. Oktober 2021

Presse

»Das Buch strahlt heute noch durch seinen frechen Witz, die Bekenntniswut und Selbstironie eines schwarzen Autors und seinen unverfrorenen Beobachtungen bei einer Reise durch die USA.« Ruthard Stäblein, 53. Litprom-Bestenliste Weltempfänger Winter 2021

»Laferrières Prosa entzündet sich an dem subversiven Ansatz, alles infrage zu stellen, um im Land der unbegrenzten Möglichkeiten den eigenen Horizont zu erweitern.« BÜCHERmagazin

»Um schreiben zu können, sagt Laferrière, brauche es eine ›gute Frage‹. Die Frage ist der Titel. Der Gedanke, der durch jedes weiße Gehirn zu zischen scheint, wenn ein Schwarzer etwas in der Hand hält, das nicht sofort zu erkennen ist. In dieser Hinsicht scheint sich seit dem Erscheinen des Romans vor fast dreißig Jahren wenig verändert zu haben.« Petra Lohrmann, Blog Gute Literatur

»Insofern bietet dieses Buch, das aus wie hingeworfen wirkenden Skizzen zusammengesetzt zu sein scheint und sich am Ende doch als gut durchkomponiert entpuppt, eine zwar holprige, letztlich aber inspirierende und tagesaktuell relevante Lektüre.« Manfred Loimeier, Die Weltwoche

Dany Laferrière

Dany Laferrière, geboren 1953 in Port-au-Prince, Haiti, arbeitete zunächst als Journalist, bis er 1976 unter der Diktatur der Duvaliers gezwungen war, nach Montréal ins Exil zu gehen. 1985 veröffentlichte er seinen ersten Roman unter dem provokativen Titel Comment faire l‘amour avec un nègre sans se fatiguer, der ihn als Autor unmittelbar bekannt machte. Er wurde mit dem Prix Carbet de la Caraïbe und dem Buchpreis des französischen Auslandsrundfunks ausgezeichnet. Für seinen Roman L’énigme du retour (Das Rätsel der Rückkehr) erhielt er 2009 den prestigeträchtigen Prix Médicis. Das Rätsel der Rückkehr war seine erste Veröffentlichung im deutschen Sprachraum. Der Autor lebt in Montréal und Paris. 2014 bekam er gemeinsam mit seiner Übersetzerin Beate Thill den renommierten, vom Haus der Kulturen der Welt in Berlin vergebenen, Internationalen Literaturpreis. 2013 wurde er in die Académie française aufgenommen.

Beate Thill

Beate Thill, geboren 1952 in Baden-Baden, studierte Anglistik und Geographie. Seit 1983 arbeitet sie als literarische Übersetzerin der Sprachen Englisch und Französisch, mit dem Schwerpunkt Literatur aus »dem Süden«, v. a. aus Afrika und der Karibik. Daneben arbeitet sie als Dolmetscherin, verfasst Texte zur Übersetzungstheorie und für den Rundfunk. Sie ist Übersetzerin des kongolesischen Lyrikers Tchicaya U Tam’si, des karibischen Autors Édouard Glissant, des Tunesiers Abdelwahab Meddeb und der Algerierin Assja Djebar. 2014 erhielt sie den Internationalen Literaturpreis vom Haus der Kulturen der Welt in Berlin für ihre Übersetzung des Romans Das Rätsel der Rückkehr von Dany Laferrière.

Kurt Wolff-Stiftung
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Preisträger Deutscher Verlagspreis 2019
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